Fabrikplanung 4.0 und Losgröße 1

Die Nachfrage zur Fertigung in Losgröße 1 hat in der Industrie in den letzten Jahren spürbar zugenommen. Mit dem Stichwort „Losgröße 1“ verbindet sich die Idee der Individualisierung von Produkten und Dienstleistungen und also Massenherstellung von Einzelstücken, die sich passgenau an den Wünschen des Kunden orientieren. Die BTU Cottbus-Senftenberg hat anlässlich dieses Trends vom 19. bis zum 20.09.2018 zu einer Veranstaltungsreihe ins Zentrum für effiziente Fabrikplanung (ZEF) Senftenberg eingeladen, an der sich auch InSystems Automation mit einem Fachvortrag beteiligt hat.

Fabrikplanung 4.0 und Losgröße 1

Inzwischen zum dritten Mal in Folge hat die BTU Cottbus-Senftenberg gemeinsam mit dem IURS e.V., dem Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Cottbus, der IHK Cottbus und dem Cluster Metall Brandenburg Industrieunternehmer und Wissenschaftler regionalübergreifend zu einem Fachdialog zur Fabrikplanung 4.0 und Losgröße 1 eingeladen. Auf dem Programm standen unter anderem Themen wie die „Digitale Produktion und Lagerverwaltung, der „Einsatz digitaler Techniken in der Fabrikplanung“ oder die Frage „Was macht der Mensch in der Fabrik der Zukunft?“.

Losgröße 1 – Individuelle Fertigung für den Auftragsfertiger

In der Fertigungstechnik wird mit dem Begriff Losgröße die zu einem Los zusammengefasste Stückzahl einer Produktart bezeichnet, die in Serie ohne Unterbrechung hergestellt wird. Losgröße 1 ist dabei gleichbedeutend mit einer Sonderanfertigung, die dank moderner Fertigungsverfahren und Industrie 4.0 Anwendungen auch für den Auftragsfertiger inzwischen rentabel und für den Kunden preislich erschwinglich geworden sind. Doch je kleinteiliger die Produktion und Distribution organisiert wird, desto komplexer gestalten sich die vor- und nachgelagerten logistischen Prozesse.

ZEF Senftenberg: Modellfabrik mit hohem Innovationsgrad

Veranstaltungsort war das „Zentrum Effiziente Fabrik Senftenberg“, kurz ZEF Senftenberg. Hier beschäftigt sich Prof. Dr.-Ing Näser, Professorin an der BTU Cottbus-Senftenberg, mit der Fragestellung, wie Fabrikprozesse in Zukunft effizienter und flexibler gestaltet werden können, um auf den Trend „Losgröße 1“ angemessen zu reagieren. Dazu zeigt das ZEF Senftenberg eine Musterlandschaft verschiedener innovativer Technologien rund um die Themen Fertigung und Montage in einem typischen Montageprozess (vom Wareneingang bis Warenausgang), die Anwendergruppen wie bspw. Ausrüstern, produzierenden Unternehmen und Studenten neue Anreize für moderne Techniken geben sollen. Hierzu zählen unter anderem aktuelle Software aus den Bereichen CAD, Layoutplanung, Simulation und CAFM, ein Cardboardsystem bestehend aus mehreren Arbeitsplätzen sowie schließlich verschiedene Kommissioniersysteme (z.B. Pick-2-light).

Manuelle Fertigung bleibt trotz Industrie 4.0

InSystems Automation ist seit 20 Jahren spezialisiert auf die Integration von Industrie 4.0 Anwendungen in Unternehmen. Henry Stubert, Geschäftsführer von InSystems, stellt fest: „Trotz aller Bemühungen, Fabrikprozesse vollständig zu automatisieren, zeigt gerade das Beispiel der Losgröße 1, dass wir keinesfalls auf die manuelle Fertigung verzichten können.“ Die hohe Variantenvielfalt erfordert nach wie vor die Unterstützung durch einen Facharbeiter, den man allerdings mittels moderner Industrie 4.0 Technologien wie Pick-2-Light-Kommissionsystemen durch den Montageprozess sicher führen kann. „Der Faktor Mensch wird also auch in der Fabrik 4.0 einen wichtigen Beitrag leisten“, schlussfolgert Stubert.

Weiterführende Links: Weiterführende Links:

Link zur Veranstaltung:

Link zum Forschungsvorhaben CrESt

Link zur BTU Cottbus-Senftenberg
https://www.b-tu.de

Link zum Beitrag IoT-Trends 2018:
https://www.industry-of-things.de/iot-trends-2018-personenbezogene-daten-als-schluessel-zur-produktivitaetssteigerung-a-682305/