Roboter: Fluch oder Segen für die Arbeitswelt?

Sind Roboter Fluch oder Segen für die Arbeitswelt? Diese Frage diskutiert das DRF Deutschland Fernsehen am Beispiel der proANT Transportroboter der InSystems Automation GmbH und lässt sowohl Geschäftsführer Henry Stubert, als auch Dr. Peter Remmers, Wissenschaftler von der Technischen Universität Berlin (TU), den Trend der Automatisierung fachlich einschätzen. Es zeigt sich, dass Wissenschaftler und Industrieunternehmer in ihren Ansichten nicht so weit auseinanderliegen.

Die Arbeitswelt ist durch den Einsatz von Robotern stark im Umbruch. Die intelligenten Maschinen tauchen in immer mehr Lebensbereichen auf, assistieren uns und übernehmen Aufgaben, die wir als mühselig finden. Das DRF Deutschland Fernsehen hat sich dem Phänomen Robotik in einem ihrer Beträge Anfang des Jahres gewidmet und InSystems Automation besucht, die seit 2012 Transportroboter für den internationalen Markt herstellen.

Fluch oder Segen – Erleichtern oder erschweren Roboter die Arbeit?

Henry Stubert, Geschäftsführer des Unternehmens, führt aus: „Grundsätzlich bauen wir Transportroboter für alle Anwendung in der Produktion. Das Innovative an den Fahrzeugen ist die autonome Navigation. In der Fabrik braucht es keine großen Vorbereitungen oder Umbauten.“  Die Roboter lernen das neue Umfeld in einer Navigationskarte ein und orientieren sich mittels Laserscanner. Stubert ergänzt: „Die Roboter übernehmen Tätigkeiten, die nicht wertschöpfend am Produkt sind. Das haben die Unternehmer erkannt und versuchen hier einzusparen.“ Gleichfalls räumt Stubert mit den Bedenken auf, dass mit dem Einsatz der Roboter automatisch Mitarbeiter-Kündigungen drohen. In vielen Fällen wird das Personal in andere Abteilungen umgesetzt und für neue Aufgaben qualifiziert.

Wissenschaftler Remmers sieht Robotik-Entwicklung differenziert

Peter Remmers von der Technischen Universität ordnet die Entwicklung der Robotik in größere Zusammenhänge ein. Remmers: „Einerseits sind Roboter für Unternehmer ein klarer Vorteil. Sie schöpfen Werte und können zur Effizienz- und Qualitätssteigerung von Arbeitsprozessen und Produkten beitragen. Andererseits ist klar, dass Roboter jetzt schon eine Konkurrenz insbesondere für weniger gut ausgebildete Arbeitskräfte darstellen, deren Aufgaben sie übernehmen.“ Wissenschaftlich gesprochen ist hier ein „Upskill“ zu beobachten. Der Trend geht dahin, dass einfache Tätigkeiten, die wiederkehrend sind und keine große intellektuelle Anstrengung erfordern, automatisiert werden.

Trotzdem stimmt die pauschale Kritik nicht, dass Roboter Arbeitsplätze vernichten. Der promovierte Wissenschaftler bemerkt: „Jede neue Technik hat bislang auch neue Arbeitsplätze geschaffen.“ Die Einführung der Computer in den 80er Jahren beispielsweise hat ebenfalls zahlreiche neue Jobs hervorgebracht, von denen man im Vorfeld keine Ahnung hatte, dass es sie geben würde. Remmers überträgt diesen Gedanken auf die Roboter: „Es braucht natürlich technisches Personal zur Wartung, Betreuung und Pflege der Maschinen. Hier sehe ich einen großen Markt.“

Wissenschaft und Industrie haben ähnliche Prognosen für die Zukunft der Robotik

Fazit: Remmers und Stubert, Wissenschaft und Industrie, liegen in ihren Prognosen zur Marktentwicklung der Robotik nicht so weit auseinander, wie man vermeintlich denken würde: Es wird viele neue Arbeitsplätze und damit Chancen geben. Was es braucht, ist aber einen Moderator und Koordinator zwischen Technikwelt und Gesellschaft. Hier sehen beide die Politik in der Pflicht zu handeln.

Weiterführende Links: 

Videobeitrag im DRF 1 

Beitrag zur Digitalisierung der Arbeit 

Beitrag zur Zukunft der Arbeit