Zukunft der Arbeit

Über das Thema Zukunft der Arbeit haben am 7. Oktober 2017 Geschäftsführer Henry Stubert mit Wissenschaftler Prof. Dr. Schlingloff und Politiker Florian Swyter unter Moderation von Ricarda Wagner vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. diskutiert.

Zukunft der Arbeit: Digitalisierung verändert die Kommunikation

Smartphones, Computer, Roboter gehören inzwischen in vielen Lebensbereichen unserer Gesellschaft zum vertrauten Bild. Auch am Arbeitsplatz sind Computer und Internet nicht mehr weg zu denken. Laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) liefert ein deutscher Büroarbeitnehmer durchschnittlich 600 Mails, 20 Dokumente und 15 Tabellen-Kalkulationen pro Monat. Die GfK befragte dazu insgesamt 1.107 Arbeitnehmer in Deutschland, die zu mindestens 50 Prozent ihrer Arbeitszeit am Computer tätig sind. Festgestellt wurde ebenfalls, dass die Zahl der täglichen E-Mails signifikant in den letzten Jahren nämlich um rund 60 Prozent zugenommen hat. Dies entspricht einer durchschnittlichen Bearbeitungszeit von drei Minuten pro Mail.

Die Digitalisierung verändert nicht nur unsere Art der Kommunikation im Büro und im Alltag, sondern führt zu einem grundsätzlichen Wandlungsprozess des Arbeitsmarktes und der Gesellschaft. Es wird vorhergesagt, dass viele tausend Stellen wegen Automatisierung und Digitalisierung wegfallen werden. Was aber heißt Digitalisierung? Der Begriff Digitalisierung bezeichnet allgemein die Veränderung von Abläufen, Objekten und Ereignissen, die mit einer zunehmenden Nutzung von digitalen Geräten einhergeht. Im engeren und ursprünglichen Sinn ist damit die Erstellung digitaler Repräsentationen von physischen Objekten, Ereignissen und analogen Medien gemeint.

Digitalisierung ist kein Schreckgespenst

Henry Stubert, Gründer von InSystems Automation, hat in der Diskussion klargestellt, dass das Thema Automatisierung weltweit immer wichtiger wird. Er meint: „Das Potential an Firmen ist groß, die in Zukunft Arbeitsabläufe automatisieren werden.“ Gleichwohl beruhigt er, dass uns in Zukunft keine Massenarbeitslosigkeit bevorsteht: „Wir werden automatisieren müssen, damit die Industrie in Deutschland produktiver wird. Das Risiko der Massenarbeitslosigkeit ist größer, wenn wir ganze Produktionszweige an andere Länder verlieren. Wir sollten die Digitalisierung nicht als großes Schreckgespenst verstehen.“ Seine Erfahrung hat gezeigt, dass Mitarbeiter in Firmen, die auf Automatisierung und neue Technologien setzen, keinesfalls entlassen werden. In der Regel finden sich für jene Mitarbeiter neue Aufgaben in anderen Bereichen des Werks. Denn die Zukunft der Arbeit wandelt sich mit einem hohen Tempo.

 

Ohne Bildung kein digitaler Wandel

Auf einen Punkt konnten sich die Diskutanten in der Runde schnell einigen: Digitalisierung erfordert auch ein Umdenken in der Bildungspolitik. Prof. Dr. Schlingloff von der Humboldt-Universität plädiert dafür, Kinder schon früh an das Thema Digitalisierung beispielsweise mit entsprechendem Spielzeug im Kindergarten oder Initiativen später in der Grundschule heranzuführen. Er ergänzt: „Wir müssen dafür sorgen, Kindern einen selbstverständlichen Umgang mit Kommunikations- und Informationstechnik zu vermitteln.“ Er zieht den Schluss: „Ohne Bildung kann es keinen digitalen Wandel geben.“ Seine Aufforderung an die Politik lautet daher, mehr Geld für die Bildung in die Hand zu nehmen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

 

Weiterführende Links:

Link zu Florian Swyter

Link zu Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS

Link zum Institut für Informatik der HU Berlin

Link zum Transportrobotersystem proANT